Multikulti-Abend, verbranntes Frühstück und sonniger Morgen
So, hier der angekündigte Wochenendsbericht :)

Also erstmal waren wir Freitagabend auf dem 85. Geburtstag meiner färöischen Oma. Falls ich noch mal irgendwann an Fotos kommen werde, teile ich die nachträglich mit euch. Meine Oma ist eine recht interessante Persönlichkeit, die gerne mit ihrem Ipad (Weihnachtsgeschenk) spielt und skypt und mal eben Tickets für ein Heavy-Metal-Konzert (in der Havnar Domkirche) kauft.

Von Faszination Mensch zur Inspiration Land. Wie bereits erwähnt war ich von Samstag bis Sonntag im Norden des Landes. In Gøta haben wir einen gemütlichen Abend im Kreise von 3 ehem. und 2 zukünftigen sowie der Hälfte von uns derzeitigen Austauschschülern verbracht. Breno aus Brasilien hat landestypisch gekocht (zum ersten Mal in seinem Leben übrigens - seine brasilianische Mutter hatte ihm davon abgeraten!), mit dem Reis haben wir uns etwas verschätzt, der zehn-Liter-Topf war am Ende randvoll. Aber naja, war nicht nur ein Erlebnis, sondern auch ganz lustig.


Anschließend folgte einige Spiele wie Stille-Post und Pantomime-raten. Weil nachts keine Busse mehr zurück nach Havn fahren, haben ich und Janus (Deutschland/Ungarn) bei einer Mexiko-gängerin in Klakvík übernachtet. Dort haben wir noch die färöische/dänische Variante von Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt und ein paar Filmchen gesehen. Am nächsten Morgen, als wir gerade alle gemütlich am Frühstückstisch saßen, schnupperten die Eltern auf mal Rauch. Keine fünf Sekunden später klingelte das Telefon, eine Nachbarin. Ein, zwei Straßen weiter brannte irgendwas im Schuppen oder Scheune. Schlimm war's nicht und die ganze Nachbarschaft wusste Bescheid, bevor in der Ferne die Sirenen ertönen konnten. Dabei kann man das hier nicht mal lästern nennen, weil nie eine böshaftige Absicht mitschwingt. Es ist lediglich ein gutes Informationsverbreitungssystem, das in Rekordzeit arbeitet.

Auf dem Weg mit dem Bus zurück hat schließlich die Sonne geschienen und weil wir fast die einzigen waren, konnten wir ein wenig ungestört Paparazzi spielen. Auf diese Weise entstanden ein paar Hundert Bilder, manche von ihnen jedoch mit netter Fensterspieglung und/oder Tropfen im Vordergrund. Zwischendurch hat es dann nämlich doch noch ein mal ein bisschen getröpfelt. Das wirklich merkwürdige Wetter hier ist nämlich, dass nach einem Tunnel das Wetter immer (IMMER) verändert ist. Ohne Spaß, drei Kilometer können die Welt verändern.


Jetzt ist das Leben wieder normal. So normal wie es eben sein könnte. Gestern hat sich ins Hafenbecken ein
Buckelwal verirrt (nein, ich habe ihn nicht gesehen, ich war brav in der Schule) (und nein, er wurde nicht getötet, bevor jemand auf die Idee kommt). Alleine
Filmaufnahmen sind aber schon recht beeindruckend. Im Kunstunterricht sollten wir auf großen Leinwänden über Geschlechtskrankheiten Malerisch informieren. Wie man Syphilis ansehlich darstellen soll ist mir noch immer ein Rätsel, aber was soll's. Das Leben bietet schließlich immer neue Herausforderungen :)
PS: restlichen zehntausend Fotos folgen bei Gelegenheit :)
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