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Mittwoch, 10. April 2013

die Magie der Fortschritte

Karens spannendes Leben Teil 64

Ich habe mal wieder so tausend Sachen zu erzählen und weiß gar nicht richtig, wo ich eigentlich anfangen soll. Daher thematische kurze Abschnitte :)

rund um den Blog

Ich habe (mal wieder) am Layout rumgespielt. Irgendwie kann ich nicht sagen, ob's mir gefällt oder nicht. Falls jedoch noch einmal Zeit und Lust aufkommen sollte, werde ich es ohnehin wieder ändern :D Neu ist auch die vierte Seite oben rechts. Im Grunde habe ich da nur den ganzen Text, der zuvor in der Spalte rechts stand, hingeschoben. Dafür kann man jetzt rechts mitverfolgen, wie schnell die Zeit verfliegt und wo auf den Färöer ich schon war (klick drauf - mit Fotobeweis!)

Nach wie vor gibt's aber den Seitenaufrufe-Zähler. Und was sagt der uns? Genau, über 20.000 Seitenaufrufe! Das sind echt unglaublich viele und glaubt mir, ich freue mich über jeden einzelnen. Es ist schon was Tolles, wie viele Leute man in einer so kurzen Zeit erreichen und vielleicht sogar bereichern und begeistern kann!

Das gleiche gilt übrigens für die ganzen lieben Kommentare. Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich so viele nicht beantwortet habe. Daher sage ich jetzt offiziell: danke für's Interesse, die lieben Komplimente und Motivationen! In diesem Sinne: auf die nächsten zehntausend Aufrufe (82 Tage habe ich schließlich noch :D)!


Runde um den Block

Ein paar Straßen von unserem idyllischen Einfamilienhaus liegt der Kindergarten, indem ich seit Montagmorgen 9:00 Uhr mein Praktikum absolviere. Zwei Wochen geht das Ganze, die erste verbringe ich in der Vøkurstova - ich weiß gerade beim besten Willen nicht, wie das auf deutsch heißt. Also da, wo die ganz kleinen Kinder (1-3 Jahre) hingehen, bevor sie "kindergartenreif" sind.

Hier gefällt es mir eigentlich sehr gut, die Kiddies sind echt knuffig und halten es sogar in meiner Nähe aus (außer Torkil, der fängt immer an zu weinen). Neben Pädagogen arbeiten hier auch recht viele "jüngere" Menschen, z.B. die Freundin meines Cousins und gleichzeitig Schwester eines Klassenkameraden. Ach, ist die Welt klein..

Mein Eindruck nach drei sehr unterschiedlichen Tagen ist, dass alles sehr hygienisch, beinahe klinisch ist (ständig und überall Desinfektionsmittel), aber die Kleinen gar nicht so anstrengend sind wie erwartet. Vieles können die ja auch schon selbst: Laufen (außer Páll, der ist etwas sehr wacklig), Essen (außer Amalie, die kriegst einfach nicht auf die Reihe) und Sprechen (besonders Rókur, Elia und Lín erzählen mir viel - was aber nicht heißt, dass ich sie verstehe. Ich sage einfach auf gut Glück ja und nein und eigentlich immer wow, naja darin habe ich ja schon Übung :)).

Spielen können die ja auch selbst und sowieso müssen die nicht rund um die Uhr bemuttert werden. Und dann schlafen die ja auch noch zwei Stunden (jeder draußen, eingemümmelt in seinem Kinderwagen), weshalb ich auch genug Gelegenheit habe, mit den anderen Betreuern ins Gespräch zu kommen. Wobei das Thema hauptsächlich ist, wie gut ich doch färöisch spreche blablabla..


rund um den Rest

Zottel-Karen nach Wanderung mit Kuhflecken im Gesicht
Also wir hatten die restlichen Tage und Wochen fast durchgehend richtig klasse Wetter. Das ist total ungewöhnlich, weil das normal ja jeden Tag anders ist. Und Sonne ja sowieso was Außerirdisches ist. Inzwischen sieht man auch wieder ganz viele Tjaldurs (Austernfischer) und ich habe Sommersprossen bekommen. Leider bin ich wegen des Kindergartengedöns im Moment richtig müde. Bisschen anstrengend sind die Kleinen wohl doch.

Ich habe kaum noch Schultage übrig und irgendwie macht mich das traurig. Und gleichzeitig auch wieder nicht. Ich glaube, ich habe Heim- und Fernweh zur gleichen Zeit. Werde ich von nun an wohl immer haben, schätze ich.

Apropos, neben meinen ganzen Skandinavienschwärmereien habe ich noch einen ganz tollen Hong Kong Blog gefunden, der mich immer ganz sehnsüchtig macht.

Fotos sind von meinem Osterausflug nach Sandoy, und abschließend
ein Nachtrag zu meiner Strickphilosophie (weil wir gestern Abend meinen ersten Ärmel, der fast fertig war und sogar gut aussah, wieder zerstören mussten):



  Anfangs bin ich stolz. Stolz auf mein Werk; die Maschen, die ich mit viel Zeitaufwand und Sorgsamkeit gestrickt habe. Vielleicht auch zu stolz, um mein Werk zu teilen. Als wir den Fehler entdecken, ist es bereits zu spät. Ohne lange Rede werden die zwanzig, dreißig Zentimeter wieder aufgerollt und alles was bleibt sind magere Stricknadeln. Ich bin nicht traurig, nicht niedergeschlagen. Vielleicht weil ich mich inzwischen daran gewöhnt habe, vielleicht weil ich verstehe.



Verstehe, dass ich meinen Erfolg nicht verliere, nur weil mein Werk verschwindet. Etwas erschaffen bedeutet nicht unbedingt einen sichtbaren Erfolg. Denn alles, was einmal war, hinterlässt etwas. Etwas in uns, das wir vielleicht nicht teilen können, uns aber auch niemand nehmen kann. Das Hinterbliebene macht stärker, erfahrener, reifer. So werde ich es nächstes Mal besser wissen. Und weiterer kommen, als ich es je geschafft habe. Denn auch ein auf-der-Stelle-laufen bringt voran.



Dienstag, 12. März 2013

der April, der April, macht was er will...

... Ach, tvætl, ist doch erst März.

 

Also wie das Wetter fühle ich mich im Moment/den letzten Tagen ein bisschen wahllos ausgewählt und wechselartig. Auf keinem Fall so schlimm launisch wie im Januar, aber irgendwie doch leicht nervig. Wenigstens sorgt die Abwechslung für keine Langeweile :)

Vielleicht dazu ein paar nähere Erläuterungen. Ich glaube, die Zeit jetzt ist die, wo sich wirklich alles festigt. Und in dieser tollen Selbstfindungsphase, passe ich mich und mein Umfeld neu an. Und das führt zu Neuanfängen, Enden und Wechseln, z.B. in meinen Freundeskreis. Für manche (zum Glück wenige) empfinde ich inzwischen nur noch Dankbarkeit, dass sie anfangs mit mir geredet und mir ein Gefühl der Sicherheit gegeben haben.

Im Grunde ist das ja keine schlechte Sache. Nur möchte ich auch irgendwie nicht aufgeben, was ich mir in den letzten 7 einhalb Monaten aufgebaut habe und nichts und niemanden links liegen lassen. Und während ich vorankomme, hänge ich in anderen Bereichen irgendwie fest. Die Sprache ist ein einziges Auf und Ab: Ein Gespräch kann mich verzweifeln lassen und total frustrieren, ein anderes motivieren. Manchmal fühle ich mich echt wie ein Genie oder bin stolz wie ein Oskar (woher kommt diese Redewendung eigentlich? :D), dass ich folgen kann.

Oder zum Beispiel mit meiner Gastfamilie, mit der ich nach wie vor eigentlich super auskomme. Es fehlt nur noch etwas. Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen, sozusagen. Und genau für diese werde mich in meinem letzten Drittel meines Auslandsjahres einsetzen. Ja, genau. Zwei Drittel sind bereitsvorbei (war es nicht gestern noch die Hälfte? :o), das heißt mir bleiben noch genau 111 Tage.

Seit einigen Tagen schneit es hier übrigens wieder (ich weiß, nichts Besonderes, in Deutschland ja schließlich auch). Nur ist hier am 12. März eigentlich Frühlingsanfang. Das ist recht wichtig hier (gab sogar 'ne Reportage im Fernsehen), es wird die Flagge "gehisst" (in jedem zweiten Vorgarten) und in der Regel kehrt Tjaldur (gibt's sogar einen wikipedia-Abschnitt zu) aus dem Süden zurück. Naja, ich habe noch keinen gesehen bzw. gehört...






So, damit ist fast alles gesagt. Das Video oben ist ein Schulprojekt. Aufgabe oben war drei Minuten (haben's nicht mal auf zwei gebracht) selbstverliebt mit der Kamera flirten - also im Grunde einen Steckbrief-Film. Ich hab's zweisprachig gemacht, weil ich im Grunde zwei Leben habe. Ein färöisches, ein deutsches. Achtet mal darauf, wie unterschiedlich meine Stimme klingt! Und falls jemand hier die Sprache verstehen sollte: ich weiß, die meisten Endungen sind nicht richtig! :D

Bilder sind noch von meiner Tour nach Elduvík und zu guter letzt ein wirklich (!) sehenswertes Video über Vögel auf einsamen Inseln im Atlantik. Amen.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Hakuna Matata, Freunde!

Text + Bilder sind endlich gefolgt :)


So, schätze, ich habe einiges nachzuholen. ABER wenigstens bin ich durch den ganzen Weihnachtsstress so beschäftigt, dass mir nicht mal Zeit bleibt, um in Winterdepressionen zu verfalle. Hakuna Matata eben - es gibt keine Schwierigkeiten :)
Also erstens: das Video, dass ich euch schon vor langem gezeigt haben wollte. Wie auch das andere ist das hier ein Beitrag zu dem Filmwettbewerb, an dem ich mit einer Klassenkameradin teilgenommen habe. Nähere Infos siehe hier (http://karen-im-atlantik.blogspot.com/2012/11/film.html), bin wieder mal zu müde, um alles zu wiederholen :)
Auf jeden Fall finde ich dieses besser (nicht zuletzt wegen dem hohen Süßheitsfaktor :)). Und falls es bei diesem auch Verständnisprobleme auftreten sollten, hier die Erläuterung: Tjaldur, der Vogel im Video und Protagonist, ist ein Austernfischer und Nationalvogel auf den Färöern. Durch die 80000 Schafe auf den Inseln jedoch (siehe Beginn) verfangen sich die Vögel manchmal in der Wolle, die am Boden liegen geblieben ist. Davon können sie sich selten selber befreien und sind dadurch auf Hilfe angewiesen. Im Grunde ist's ganz einfach, nicht? :)
Und ich weiß, ich sollte das nicht sagen, weil Eigenlob stinkt, aber ich find's einfach unglaublich süß und kann's mir ständig ansehen. Es ist in diesem Video übrigens alles selbst gemacht, die Tjaldurs habe ich gemalt, die Musik Sólvá komponiert und aufgenommen und Kulisse und Hintergrund haben wir selbst entworfen. Kul, ikki?
Ansonsten dümpeln gerade so die letzten Schultage vor sich hin. Montag und Dienstag war ich nocheinmal mit dem Filmprojekt als Runner unterwegs, heute hatte ich nur zwei Stunden, in denen wir jedoch Kaffee trinken gegangen sind, morgen ist eine Messe für alle Schüler und Freitag findet eine kleine Weihnachtsfeier in der Schule statt. Also im Grunde eine ganz nette Woche :)
So, das andere Filmprojekt. Wie bereits ausführlich geschwärmt, war ich ja Ende Oktober/Anfang November an einem professionellen Filmset. Davon war gestern noch ein letzter Drehtag, in der einige Szenen wiederholt werden mussten und auch die Szenen mit der färöischen Sängerin Eivør Pálsdóttir gedreht wurden. Am Tag zuvor haben wir uns noch zum Einkaufen, Organisieren und Besprechen getroffen. Am nächsten Morgen ging es dann viel zu früh zum Kaffee kochen und anschließend in die Fischfabrik, deren Geruch ich wohl immer noch nicht wieder losgeworden bin. Danach weiter nach Vestmanna, die 40min Autofahrt erstmal prompt geschlafen und nach dem Angekommen wieder Kaffee kochen, Essen vorbereiten und Equipment tragen. Lustig war's auch, als wir 4 Liter Blaubeersirup über einen Schauspieler als "Blut" kippen durften. Wohlgemerkt wurde draußen und nur "leichtbekleidet" gedreht. Und dann irgendwie so das Übliche. Mittagessen machen, Sirup aus den Hemden herauswaschen, Chaos machen und wieder aufräumen.Alles in allem kann ich sagen, dass es wieder ein toller Tag war und ich auf dem Rückweg wieder gut geschlafen habe :)
So, Schokotorte und Weihnachtsgeschenke warten. Schreibe vermutlich in zwei oder drei Tagen wieder. Bis dahin teile ich gerne eitt sindur Fernweh mit euch! (http://vimeo.com/55279243).

Freitag, 30. November 2012

Karen is back!

bzw. ich war nie weg. Obwohl, irgendwie bin ich das doch :)


Die Spargelcremesuppe beim Abendessen (übrigens von Knorr) hat mich dann doch an Deutschland erinnert und dass ich mal wieder was schreiben könnte :) Die Suppe gab's im Übrigen mit Nudeln drin, eine Mischung, die mir bis dato auch unbekannt war...

So, jetzt heißt es Erinnern, was ich eigentlich die letzte Woche über getrieben habe.


Den Kurzfilm gibt's irgendwann später ... :D
Also einer der Höhepunkt war, dass ich Sonntagabend gekocht habe. Zu essen gab's Reibekuchen mit Apfelmus (den ich hier tatsächlich sogar gefunden habe) und mit Speck und Käse, wobei ich letzteres nicht mal selbst vorher probiert hatte... Zum Nachtisch habe ich Bratäpfel gemacht, die echt gut ankamen (was vielleicht auch daran lag, dass ich inzwischen weiß, was meine Gastfamilie mag und was nicht. Also hab ich einfach mal die doppelte Menge Zimt und Rosinen rein getan). Das überraschende am Kochen war aber hauptsächlich, dass es ausnahmsweise mal richtig gut geklappt hat - also fast so, als wär's in Deutschland.

Ansonsten ist eigentlich alles normal. Also so normal eben, wie ein färöisches Leben eben sein kann, dass ich jetzt seit über drei Monaten lebe (erst? :o). Es ist ganz lustig zu beobachten, dass mir manche Dinge auffallen, weil sie mir nicht auffallen. Zum Beispiel das Wetter (bestes Beispiel für alles). Ich gucke aus dem Wetter und es regnet/schneit. Zehn Sekunden später wandert mein Blick wieder raus und die Sonne scheint. Aber nicht, dass mich das wundern oder verwirren würde. Das wirklich irritierende ist, dass es mir erst später auffällt, als ich darüber nachdenke, dass ich nicht darüber nachgedacht habe...

Das Wetter ist im Übrigen gerade ganz nett - hugnalig eben (dänisch hygge, wem's was sagt). heute (während ich endlich mit dem Stricken angefangen habe, hurrahurra!) hat's draußen ganz doll und schön und friedlich und karenverliebend geschneit, dann gab's Kakao und warme (färöische) Brötchen und - oh Gott, ich liebe es einfach so.

Die Fotos in diesem Post sind von überall und überzeit. Hab einfach mal gesucht und rausgekramt und diese bunte Mischung ist das Ergebnis :)
Der Nachteil am Wetter ist nur, dass das Minusgrade bedeutet (macht Sinn, nicht? ;)). Zwar ist es hier nie richtig kalt (Golfstrom), aber die -1° fühlen sich mit Wind und frischer Meeresluft auch mal locker wie -10° an, wenn die kleine Karen lange auf den Bus warten muss... Und wenn's kalt ist, friert es. Also auch der Boden und somit die Straßen. Das kann einerseits natürlich gefährlich sein, für die kleinen Kinder jedoch ganz toll und für mich eher beängstigend. Wer mich kennt, kennt mein Talent beim Schlittschuhlaufen. Ich kann euch versichern - Eis"laufen" kann ich noch weniger! :D

Aber hey, ich bin noch kein (!) einziges Mal hingefallen, wenn auch ich jedes Mal mindestens doppelt so lange gebraucht habe! :D

Ansonsten war gestern der Geburtstag meiner Gastmutter, der "typisch" färöisch gefeiert wurde. d.h. am Tag vorher wurde gebacken und gekocht, die Weihnachtsdekoration (Lichterketten und Wichtelfiguren überall) herausgeholt und am Abend die Freunde eingeladen, Familie muss man nicht anrufen - die kommen auch so. Dann kommen am Abend alle zusammen, essen und reden (meistens übrigens auch wieder über gemeinsame Bekannte und Verwandte) und das ist mindestens ebenso hugnalig :)
Heute haben wir tausende Herzen (warum auch immer ausgerechnet Herzen) für die Weihnachtsdekoration in der Schule ausgeschnitten und aufgehangen, danach habe ich Stricken wiedererlernt. Ich stricke übrigens "dänisch", das heißt den Faden in der linken Hand, kein Wunder, dass ich so verwirrt war als meine Gastmutter versucht hat, die färöische Weise zu erklären ... Anschließend waren wir dann draußen spazieren und sie zwischen gewandert und gerutscht durch den Schnee und die vollmondige Nacht und die ruhigen Straßen und all den Lichtern (insbesondere in der Stadtmitte) durch die Weltgeschichte gelaufen. War auf jeden Fall super nett, wenn auch es etwas länger als angenommen gedauert hat (hmmm, warum wohl? :D) und ich jetzt auch wieder mal tausende neue Fotomotive habe...



Nicht hinzufallen ist die eine Sache, aber sich beim Spazieren mit Kriegsbemalung zu versehen, ohne es selbst zu merken, ist das andere, mindestens genauso peinliche... :D