Freitag, 30. November 2012

Karen is back!

bzw. ich war nie weg. Obwohl, irgendwie bin ich das doch :)


Die Spargelcremesuppe beim Abendessen (übrigens von Knorr) hat mich dann doch an Deutschland erinnert und dass ich mal wieder was schreiben könnte :) Die Suppe gab's im Übrigen mit Nudeln drin, eine Mischung, die mir bis dato auch unbekannt war...

So, jetzt heißt es Erinnern, was ich eigentlich die letzte Woche über getrieben habe.


Den Kurzfilm gibt's irgendwann später ... :D
Also einer der Höhepunkt war, dass ich Sonntagabend gekocht habe. Zu essen gab's Reibekuchen mit Apfelmus (den ich hier tatsächlich sogar gefunden habe) und mit Speck und Käse, wobei ich letzteres nicht mal selbst vorher probiert hatte... Zum Nachtisch habe ich Bratäpfel gemacht, die echt gut ankamen (was vielleicht auch daran lag, dass ich inzwischen weiß, was meine Gastfamilie mag und was nicht. Also hab ich einfach mal die doppelte Menge Zimt und Rosinen rein getan). Das überraschende am Kochen war aber hauptsächlich, dass es ausnahmsweise mal richtig gut geklappt hat - also fast so, als wär's in Deutschland.

Ansonsten ist eigentlich alles normal. Also so normal eben, wie ein färöisches Leben eben sein kann, dass ich jetzt seit über drei Monaten lebe (erst? :o). Es ist ganz lustig zu beobachten, dass mir manche Dinge auffallen, weil sie mir nicht auffallen. Zum Beispiel das Wetter (bestes Beispiel für alles). Ich gucke aus dem Wetter und es regnet/schneit. Zehn Sekunden später wandert mein Blick wieder raus und die Sonne scheint. Aber nicht, dass mich das wundern oder verwirren würde. Das wirklich irritierende ist, dass es mir erst später auffällt, als ich darüber nachdenke, dass ich nicht darüber nachgedacht habe...

Das Wetter ist im Übrigen gerade ganz nett - hugnalig eben (dänisch hygge, wem's was sagt). heute (während ich endlich mit dem Stricken angefangen habe, hurrahurra!) hat's draußen ganz doll und schön und friedlich und karenverliebend geschneit, dann gab's Kakao und warme (färöische) Brötchen und - oh Gott, ich liebe es einfach so.

Die Fotos in diesem Post sind von überall und überzeit. Hab einfach mal gesucht und rausgekramt und diese bunte Mischung ist das Ergebnis :)
Der Nachteil am Wetter ist nur, dass das Minusgrade bedeutet (macht Sinn, nicht? ;)). Zwar ist es hier nie richtig kalt (Golfstrom), aber die -1° fühlen sich mit Wind und frischer Meeresluft auch mal locker wie -10° an, wenn die kleine Karen lange auf den Bus warten muss... Und wenn's kalt ist, friert es. Also auch der Boden und somit die Straßen. Das kann einerseits natürlich gefährlich sein, für die kleinen Kinder jedoch ganz toll und für mich eher beängstigend. Wer mich kennt, kennt mein Talent beim Schlittschuhlaufen. Ich kann euch versichern - Eis"laufen" kann ich noch weniger! :D

Aber hey, ich bin noch kein (!) einziges Mal hingefallen, wenn auch ich jedes Mal mindestens doppelt so lange gebraucht habe! :D

Ansonsten war gestern der Geburtstag meiner Gastmutter, der "typisch" färöisch gefeiert wurde. d.h. am Tag vorher wurde gebacken und gekocht, die Weihnachtsdekoration (Lichterketten und Wichtelfiguren überall) herausgeholt und am Abend die Freunde eingeladen, Familie muss man nicht anrufen - die kommen auch so. Dann kommen am Abend alle zusammen, essen und reden (meistens übrigens auch wieder über gemeinsame Bekannte und Verwandte) und das ist mindestens ebenso hugnalig :)
Heute haben wir tausende Herzen (warum auch immer ausgerechnet Herzen) für die Weihnachtsdekoration in der Schule ausgeschnitten und aufgehangen, danach habe ich Stricken wiedererlernt. Ich stricke übrigens "dänisch", das heißt den Faden in der linken Hand, kein Wunder, dass ich so verwirrt war als meine Gastmutter versucht hat, die färöische Weise zu erklären ... Anschließend waren wir dann draußen spazieren und sie zwischen gewandert und gerutscht durch den Schnee und die vollmondige Nacht und die ruhigen Straßen und all den Lichtern (insbesondere in der Stadtmitte) durch die Weltgeschichte gelaufen. War auf jeden Fall super nett, wenn auch es etwas länger als angenommen gedauert hat (hmmm, warum wohl? :D) und ich jetzt auch wieder mal tausende neue Fotomotive habe...



Nicht hinzufallen ist die eine Sache, aber sich beim Spazieren mit Kriegsbemalung zu versehen, ohne es selbst zu merken, ist das andere, mindestens genauso peinliche... :D

Dienstag, 20. November 2012

køliskáp og fiskar

Kühlschränke und Fische


So, irgendwie bin ich immer noch nicht schlauer als vorher. Das andere Video (ausgerechnet das bessere) hat leider ein anderes Format, dass vom Blog nicht anerkannt wird. Überleg mir in den nächsten Tagen mal, wie ich das mache, weil ich das einfach so süß finde :D

Aber wenigstens kann ich eins mit euch teilen. Die Videoclips haben wir für einen Wettbewerb gemacht, der hier für Jugendliche zwischen 14-18 ausgeschrieben wurde. Thema war Umweltschutz, inklusive alles im weitesten Sinne. Also auch Tiere, Wasser, Recycling, etc. "gute" Clips werden nach Dänemark weitergeleitet, von wo wiederrum die besten nach Washington DC geschickt werden, wo im Frühjahr eine große Ausstellung mit und von Skandinavien und Künstlern verschiedenster Richtungen stattfindet.

Das Video oben ist eine eher halbherzige Arbeit. Das hat dann auch dazu geführt, dass wieder vergessen haben, unseren "catchy slogan" am Ende einzufügen. Aber was soll's, vielleicht versteht ihr's ja auch so ;)

So, und da das mit dem Video schon nicht geklappt hat, suche ich wenigstens noch ein paar Fotos raus. Sind alle irgendwie in letzter Zeit in der Nachbarschaft und irgendwo in Tórshavn entstanden.



Sonst gibt's eigentlich nur noch interessantes zu erzählen, dass wir heute mit der Kunstklasse im nationalen Kunstmuseum waren (ist glaub ich auch das einzige hier...). das war auf jeden Fall ziemlich toll und ich find's lustig zu beobachten, dass jeder Künstler hier irgendwie von den Inseln inspiriert ist. Es gibt kaum Bilder, die nicht irgendwelche Landschaften von hier, das Meer oder Kultur darstellen. Und wenn's das nicht ist, sind die gewählten Farben eben etwas kalt, rau, natürlich, dunkel, ein bisschen depressiv, ein bisschen lebendig. Das gleiche gilt übrigens für Musik und Literatur glaub ich auch, aber das kann ich noch nicht beurteilen ;)

Sonntag, 18. November 2012

Leise rieselt der Schnee

Probier's mal mit Gemütlichkeit!


Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, waren die letzten Tage auf schöne Weise sehr stressig für mich. Im Grunde sind wir nahezu in Klippfisk (der zentrale und einzige Treffpunkt zum Filmmachen und Equipment ausleihen) eingezogen. Morgens hatte ich ja auch noch irgendwie Schule, danach sind wir dann direkt zum "Arbeiten" gegangen und waren dann jeden Tag zwischen zehn Uhr abends und drei Uhr morgens fertig. Wie ich die Tage überstanden habe, um völlig genervt oder unerträglich müde zu sein, ist mir nach wie vor ein Rätsel.

Das Lied, der letzten Tage, was wir wohl eindeutig am meisten gehört haben, gibt's hier http://www.youtube.com/watch?v=zMBTvuUlm98.





Auf jeden Fall haben wir es dann doch tatsächlich bis Donnerstag Abend (bzw. Freitagmorgen) geschafft fertig zu werden. Unsere Ergebnisse präsentiere ich euch, so bald ich sie selbst besitze.

Im Moment genieße ich es erst mal wieder gar nichts zu tun zu haben. Nur so das Übliche eben. Und der Alltag wird im Moment von den Musicalauftritten meiner Gastschwester geprägt. Freitag haben wir uns die Prämiere angesehen, was echt gut und richtig professionel war. Das Musical ist eine Produktion von verschiedenen färöischen Künstlern und die Darsteller sind (fast) ausschließlich von der höheren Schule, vergleichbar mit der deutschen Oberstufe. Geprobt wurde die letzten drei Monate fast täglich und mehrere Stunden lang. Gelohnt hat sich's auch jeden Fall :)

Gestern hat's dann auch mal wieder zu schneien angefangen. Nachdem es die letzten Tage über fast nur gehagelt hatte, war ich dann von der verzauberten Landschaft ganz angetan, als wir gestern Abend von einem Familientreffen bei meiner Gastmutter wiedergekommen sind. Und ich mag's, dass selbst auf den Straßen hier der Schnee liegen bleibt und nicht zu einer blöden, braunen Matsche wird.

Ihr müsst euch vorstellen, ihr sitzt im Schlafanzug beim Frühstück, draußen fahren keine Autos, dafür ist alles verzaubert weiß, man trinkt etwas Warmes und im Radio wird der Sonntagsgottesdienst übertragen. Unglaublich gemütlich, ein unglaublich tolles Gefühl :)

Die letzten Minuten über hat's wieder gehagelt, geschneit, die Sonne geschienen und dasselbe wieder von vorne.  So ist das nunmal hier, wechselhaft und doch irgendwie immer wieder das gleiche.

Auf mehr schreiben habe ich gerade irgendwie keine Lust. Muss noch was für die Zeitung und den Stipendiumsbericht machen, außerdem haben wir angefangen, die färöische Geschichte zu lesen (Sagen und Wahrheiten zur Erstehung des Landes, glaub ich, wobei eher erfundene Geschichten im Vordergrund stehen), wozu ich mich auch noch informieren wollte ... Dafür habe ich aber noch ein paar aus-dem-Fenster-heraus-Fotos anzubieten ;)

Sonntag, 11. November 2012

Motivation und andere fremde Dinge

Übrigens: 100 Tage seit ich Deutschland verlassen habe!


Nachdem ich die letzten Tage über gleichermaßen gestresst und faul war, dachte ich jetzt, dass es mal wieder Zeit ist meiner Fangemeinde von mir hören zu lassen :)

Seit Dienstag habe ich wieder Schule, was irgendwie merkwürdig ist, weil im Vergleich zu den Tagen davor irgendwie nichts wirklich ernsthaft ist. Andererseits ist es aber auch ganz nett, einfach mal auszuruhen. Dennoch war ich dann ganz froh, als ich Donnerstag eine Email von Maria, der Produktionsmanagerin des alten Projekts, bekommen habe. Dabei ging es um eine Art Wettbewerb für 14-18 jährige.

Freitag hatten wir schließlich mehrere grobe Ideen und zusammenhangslose Bilder im Kopf, haben uns getroffen, um alles zu einem einzigen Teig zu verkneten, abends stand das ungefähre Skript. Samstag haben wir uns dann wieder getroffen, um noch einmal alles durchzugehen und unsere Requisiten zusammenzusuchen. Das war übrigens ziemlich lustig, weil wir dazu zu einer Werft/Müllverbrennungsanlage gegangen sind (das Video handelt im Übrigen vom Umweltschutz ;)). Heute morgen haben wir uns dann schließlich wieder getroffen, um zu filmen. Jetzt wissen wir auch, dass wir nie wieder etwas mit Öl und Kühlschränken machen werden! Morgen werden wir dann nach der Schule irgendwann noch den Ton aufnehmen und das Video schneiden.

Worum es inhaltlich geht, erklär ich irgendwann anders, aber ich hinterlass euch ein paar Bilder, die vielleicht wenigstens ein bisschen verraten. Die Flaschensache war übrigens ein Experiment, irgendetwas Benzinartiges hinzubekommen ;)

Und wenn wir Glück haben, werden wir bis Donnerstag noch eine andere Idee umsetzten, dann ist nämlich Bewerbungsschluss.

Fleißige Leser, die sich geduldig mein Gejammer über die Dunkelheit und Winterdepressionen und Unmotiviertheit angehört haben, werden sich jetzt vermutlich berechtigterweise fragen, woher mein plötzlicher Ehrgeiz kommt. Daher kann ich nur sagen, dass ich es selber nicht weiß :)

Noch mehr Neuigkeit in dem Bereich gibt es übrigens auch: dieselbe Maria hat uns gefragt, ob wir nicht im Dezember, bei den letzten Szenen des Kurzfilmes auch wieder mithelfen möchten. Nicht zuletzt weil wir dann Eivør kennenlernen werden, haben wir natürlich sofort zugestimmt! :)

Was gibt's sonst noch zu sagen? Das Wetter ist nach wie vor komisch. Gestern zum Beispiel auf meinem Nachhause weg lag auf der einen Seite des Bürgersteigs Schnee, auf der anderen hat's geregnet...

Ach, und ganz wichtig: die Hasensaison hat begonnen! Hasen sind hier nicht nur weit verbreitet und beliebtes Fleisch, sondern auch unglaublich interessant, weil sie mit der Zeit angefangen haben, ihr Fell im Winter zu ändern. Sprich, sie werden auch weiß! Dass es ab dem 2. November wieder erlaubt es, die Tiere zu schießen, haben wir schon am Tag selber mitbekommen, als plötzlicher ein bewaffneter Jäger durch's Bild lief...


So, hoffen wir, dass meine bis zum nächsten Eintrag noch lebt! Einen schönen Sankt Martinstag bzw. Kölle Alaaf an alle Zurückgebliebenen! (beides wird hier (heute) übrigens nicht gefeiert :o)

Dienstag, 6. November 2012

die letzte Klappe

heiße Begegnugen, schmerzende Füße, Wartezeiten und Krankenhausbetten

Nun ist es bereits Dienstag, das Filmprojekt vorbei und die Dänen sind schon heute Morgen zurückgeflogen. Irgendwie bin ich ganz wehmütig. Ohne Spaß, ich hatte eine tolle letzte Woche! Aber mal von vorne, schließlich ist inhaltlich seit meinem letztem Eintrag ja noch einiges geschehen...

Samstag wurde im Krankenhaus gedreht. Dafür haben wir eine eigene kleinen Station zur Verfügung bekommen, die eigentlich für Schulungen benutzt wird. Während der größte Teil der Gruppe noch für andere Aufnahmen unterwegs war, haben wir schon einmal den Drehort vorbereitet. Beispielsweise mussten wir sämtliche Krankenhausbetten, die wir für die Szenen gebraucht haben, aus dem 0. Stock in den dritten schaffen, wobei man dafür zwei unterschiedliche Aufzüge benutzen musste. Später mussten ebendiese wieder zurück in den zweiten transportiert werden, weil's oben dann doch nicht so gut aussah. Außerdem hatte ich nette Unterhaltungen mit den Statisten, die viel zu früh da waren, weil wir natürlich wieder mit allem verspätet waren. Einschließlich aufräumen waren wir dann um halb zwölf abends fertig. Nicht nur, dass ich dann völlig erledigt war. Auch war mir von dem mindestens 50 mal Aufzug fahren (nein, ich übertreibe nicht!) total schummrig...

Erste heiße Begegnungen gab's Sonntag. Nachdem ich wieder viel zu früh aufstehen musste, sind wir etwas außerhalb der Stadt gefahren, wo wir unterschiedliche draußen-Szenen aufgenommen haben. Eine Herausforderung war das Blumenpflanzen, dass das Bild danach noch realistisch und natrülich aussah. Auf den Färöer gibt es eben keine blumenüberfüllte Wiesen, daher können künstlich auch nur schwer realistisch aussehen... Nach ein paar Aufnahmen haben wir jedoch wieder den Drehort geändert und sind zu einer schneefreien Wiese gefahren, wo bereits ein brennendes Auto auf uns wartet. Das gehörte glücklicherweise jedoch zum Set und daher die Dreharbeiten eher weniger behindert. Lustig wurde's auch später nach Sonnenuntergang, wohlgemerkt, als wir drei Liter Blaubeersirup als Blut über einen der bereits halb erfrorenen Schauspieler kippen sollten.

Auch über das gemeinsame warme Abendessen anschließend bei dem Produzenten zu Hause habe ich mich gefreut - sobald die Sonne nämlich einmal weg ist, wird es einfach unglaublich schnell unglaublich kalt...

Montag, der letzte Drehtag, begann mit einer bis jetzt anhaltenden Wehmut. Gedreht wurde wieder in Vestmanna (übrigens die zweitgrößte Stadt Streymoys mit 2000 Einwohnern). Einen kurzen, recht beeindruckenden Einblick in das Leben in dem Haus beziehungsweise der Bewohner gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?v=Skew7cgkW9w&feature=relmfu. Von der Wehmut wurde ich jedoch noch vor dem Mittagessen wieder, als ich durch eine etwas ungeschickte Weise den Wasserkocher auf dem Boden hab verlassen lassen und den Inhalt auf meinen Fuß verschüttet habe... Die Ironie des Schicksals wollte es also, dass ich als Runner mit inzwischen zwei kaputten Füßen meine Aufgaben nur noch unzureichend erledigen konnte.


Der Tag war dennoch wunderschön. Bei der letzten Szene saßen alle gespannt im Raum und warteten darauf, dass die letzte Klappe fiel. Jedoch wurden die Aufnahmen immer wieder unterbrochen, weil erst das Telefon klingelt, dann gelacht wurde und anschließend ein Hund direkt vor dem Fenster angefangen hat zu bellen... Abgerundet wurde der Tag und das ganze Projekt mit einer kleinen Feier mit sämtlichen Beteiligungen. Es war nicht nur nett, mit den anderen auch mal "normale" Gespräche führen zu können, es hat auch irgendwie verdeutlicht, dass ich diese Zeit vermissen werde.

Ich mag jeden einzelnen Tag am Set. Jeder war anders, lehr- und erlebnisreich und immer gab's neue Herausforderungen. Jedoch hat auch alles eine gewisse Routine bekommen, dass man sich dran gewöhnt hat und jeden Tag Lust auf mehr hatte. Das gleiche gilt für die Zusammenarbeit mit dem Team, das echt super war. Auch wenn es zwischendurch immer wieder lange Wartezeiten und langweilige Momente gab, die Arbeit manchmal anstrengend und nicht selten stressig und schlafraubend war, bin ich unglaublich glücklich, dass ich mitgemacht habe und dankbar für diese wundervollen Tage und Erfahrungen.














Abschließend kann ich sagen, dass sich mir dadurch nicht zuletzt neue Möglichkeiten eröffnet haben (schließlich habe ich nie über eine Arbei in dieser Richtung gedacht, kann's mir jetzt aber vorstellen) und das es nicht die Schauspieler sind, die einen Film erschaffen. Es gibt unglaublich viele verschiedene Aufgaben und Spezialisten, die zusammen etwas Großartiges erschaffen können. Ob's das auch hier der Fall ist, kann ich leider erst nächstes Frühjahr sagen - dann ist nämlich erst Premiere des Kurzfilmes...

Samstag, 3. November 2012

Wie im Film

ein kurzer Zwischenbericht meiner Arbeit am Set

So, ich habe jetzt bereits drei Tage hinter mir und da ich heute erst später los muss, dachte ich, ich schreib schon mal was. Insbesondere weil ich weiß, dass ich nach Montag (dem letzten Tag) zuuuu viele Fotos haben werde, um sie in einem Post zu teilen ;)

Vorne weg, das Video, das in dieser Woche gedreht wird, ist ein Kurzfilm der auf ein Lied der berühmtesen färöischen Sängerin, Eivør Pálsdóttir, unterlegt wird. Das Lied ist (so weit ich weiß) das hier: http://www.youtube.com/watch?v=eSh_c7Ntahg, der Produzent ist selber Musiker, Künstler und Erschaffer von diversen Filmchen. Ihn gibt's beispielweise hier zu bewundern: http://www.youtube.com/watch?v=Xndi48pqmdg.


Die Geschichte, soweit ich sie verraten darf, handelt von der Liebe, wie Eivørs Lied es ja vielleicht schon vermuten lässt. Als die Großmutter einer jungen Frau stirbt, trifft sie den Tod, in den sie sich unsterblich verliebt. Doch die Beziehung ist recht kompliziert weil wegen keine Berührungen und so weit. Außerdem ist der Tod dadurch so abelenkt, dass die Liste der Sterbenden immer länger wird. :)




Die Crew ist halb färöisch, halb dänisch. Die zwei Ausnahmen bilden das schwedische Supermodel, der den Tod spielt, und ich. Die Sprache ist meistens dänisch, gemischt mit etwas färöisch und englisch.

Meine Aufgaben sind recht umfangreich. Mein Job heißt Runner, ich würd's mit Laufbursche übersetzten. Im Grunde verbringe ich den Tag mit Kaffee kochen, Obst schneiden, Sachen suchen und bestenfalls finden, aufräumen, Informationen weiterleiten, usw. Das kann im einen Moment ganz schön hektisch sein, im anderen eher langweilig. Das Schöne daran ist, dass wenn ich meinen Job gut mache, ich nicht friere. Das kann ganz hilfreich sein, insbesondere wenn man den ganzen Tag draußen dreht.

Kreativ und fantasievoll ist nicht nur das ganze Projekt, samt dem Team, sondern auch ich muss es hin und wieder sein. Zum Beispiel wenn ich die Box mit dem Ding aus dem Auto holen soll. Das kann nur schwierig sein, weil bei dem ganzen Equipment eigentlich alles in Boxen verstaut ist. Auch bei Anweisungen muss man ganz genau hinhören, nicht das man fälschlicherweise 'hintem im Auto" (back), sondern "im Rucksack im Auto" (bag) versteht.

Worauf man achten sollte. Wichtig ist beispielsweise, dass man während des Drehs nicht redet oder laute Geräusche macht. Das gilt vor allem dann, wenn man im Haus in Vestmanna ist, wo wir die drinnen-Szenen filmen, da dort die Decken recht dünn sind und alles gerne knackst und knarrt. Auch sollte man beispielsweise auf einen filmreifen Ausrutscher (natürlich unter Beobachtung der gesamten Crew) verzichten, wenn einm die Peinlichkeiten erspart bleiben wollen...

















Alles in allem kann ich sagen, dass ich drei tolle erste Tage hatten. Die Arbeit macht mir Spaß, auch wenn sie manchmal echt eine Herausforderung ist. Vor allem weil man für meinen Job die Wünsche des Teams kennen sollte, bevor sie danach fragen müssen. Das kann ganz schön schwierig sein, wenn man die Sprache nicht versteht. (mal im Ernst, dänisch klingt schon ganz schön lustig :)). Ich find's toll zu sehen, wie's hinterm Set aussieht und wie so etwas aufgebaut ist, wer wozu zuständig ist und auch die Atmosphäre ist großartig. Zwar waren die letzten Tage auch unglaublich anstrengend (Aufstehen zwischen 5 und 6) und wiederkommen erst am Abend, aber dennoch ist es eine tolle Erfahrung.