Dienstag, 6. November 2012

die letzte Klappe

heiße Begegnugen, schmerzende Füße, Wartezeiten und Krankenhausbetten

Nun ist es bereits Dienstag, das Filmprojekt vorbei und die Dänen sind schon heute Morgen zurückgeflogen. Irgendwie bin ich ganz wehmütig. Ohne Spaß, ich hatte eine tolle letzte Woche! Aber mal von vorne, schließlich ist inhaltlich seit meinem letztem Eintrag ja noch einiges geschehen...

Samstag wurde im Krankenhaus gedreht. Dafür haben wir eine eigene kleinen Station zur Verfügung bekommen, die eigentlich für Schulungen benutzt wird. Während der größte Teil der Gruppe noch für andere Aufnahmen unterwegs war, haben wir schon einmal den Drehort vorbereitet. Beispielsweise mussten wir sämtliche Krankenhausbetten, die wir für die Szenen gebraucht haben, aus dem 0. Stock in den dritten schaffen, wobei man dafür zwei unterschiedliche Aufzüge benutzen musste. Später mussten ebendiese wieder zurück in den zweiten transportiert werden, weil's oben dann doch nicht so gut aussah. Außerdem hatte ich nette Unterhaltungen mit den Statisten, die viel zu früh da waren, weil wir natürlich wieder mit allem verspätet waren. Einschließlich aufräumen waren wir dann um halb zwölf abends fertig. Nicht nur, dass ich dann völlig erledigt war. Auch war mir von dem mindestens 50 mal Aufzug fahren (nein, ich übertreibe nicht!) total schummrig...

Erste heiße Begegnungen gab's Sonntag. Nachdem ich wieder viel zu früh aufstehen musste, sind wir etwas außerhalb der Stadt gefahren, wo wir unterschiedliche draußen-Szenen aufgenommen haben. Eine Herausforderung war das Blumenpflanzen, dass das Bild danach noch realistisch und natrülich aussah. Auf den Färöer gibt es eben keine blumenüberfüllte Wiesen, daher können künstlich auch nur schwer realistisch aussehen... Nach ein paar Aufnahmen haben wir jedoch wieder den Drehort geändert und sind zu einer schneefreien Wiese gefahren, wo bereits ein brennendes Auto auf uns wartet. Das gehörte glücklicherweise jedoch zum Set und daher die Dreharbeiten eher weniger behindert. Lustig wurde's auch später nach Sonnenuntergang, wohlgemerkt, als wir drei Liter Blaubeersirup als Blut über einen der bereits halb erfrorenen Schauspieler kippen sollten.

Auch über das gemeinsame warme Abendessen anschließend bei dem Produzenten zu Hause habe ich mich gefreut - sobald die Sonne nämlich einmal weg ist, wird es einfach unglaublich schnell unglaublich kalt...

Montag, der letzte Drehtag, begann mit einer bis jetzt anhaltenden Wehmut. Gedreht wurde wieder in Vestmanna (übrigens die zweitgrößte Stadt Streymoys mit 2000 Einwohnern). Einen kurzen, recht beeindruckenden Einblick in das Leben in dem Haus beziehungsweise der Bewohner gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?v=Skew7cgkW9w&feature=relmfu. Von der Wehmut wurde ich jedoch noch vor dem Mittagessen wieder, als ich durch eine etwas ungeschickte Weise den Wasserkocher auf dem Boden hab verlassen lassen und den Inhalt auf meinen Fuß verschüttet habe... Die Ironie des Schicksals wollte es also, dass ich als Runner mit inzwischen zwei kaputten Füßen meine Aufgaben nur noch unzureichend erledigen konnte.


Der Tag war dennoch wunderschön. Bei der letzten Szene saßen alle gespannt im Raum und warteten darauf, dass die letzte Klappe fiel. Jedoch wurden die Aufnahmen immer wieder unterbrochen, weil erst das Telefon klingelt, dann gelacht wurde und anschließend ein Hund direkt vor dem Fenster angefangen hat zu bellen... Abgerundet wurde der Tag und das ganze Projekt mit einer kleinen Feier mit sämtlichen Beteiligungen. Es war nicht nur nett, mit den anderen auch mal "normale" Gespräche führen zu können, es hat auch irgendwie verdeutlicht, dass ich diese Zeit vermissen werde.

Ich mag jeden einzelnen Tag am Set. Jeder war anders, lehr- und erlebnisreich und immer gab's neue Herausforderungen. Jedoch hat auch alles eine gewisse Routine bekommen, dass man sich dran gewöhnt hat und jeden Tag Lust auf mehr hatte. Das gleiche gilt für die Zusammenarbeit mit dem Team, das echt super war. Auch wenn es zwischendurch immer wieder lange Wartezeiten und langweilige Momente gab, die Arbeit manchmal anstrengend und nicht selten stressig und schlafraubend war, bin ich unglaublich glücklich, dass ich mitgemacht habe und dankbar für diese wundervollen Tage und Erfahrungen.














Abschließend kann ich sagen, dass sich mir dadurch nicht zuletzt neue Möglichkeiten eröffnet haben (schließlich habe ich nie über eine Arbei in dieser Richtung gedacht, kann's mir jetzt aber vorstellen) und das es nicht die Schauspieler sind, die einen Film erschaffen. Es gibt unglaublich viele verschiedene Aufgaben und Spezialisten, die zusammen etwas Großartiges erschaffen können. Ob's das auch hier der Fall ist, kann ich leider erst nächstes Frühjahr sagen - dann ist nämlich erst Premiere des Kurzfilmes...

1 Kommentar:

  1. super - sehr beeindruckend - das kann man nicht in der Schule lernen.... weiterhin viel Spass und tolle Erlebnisse. Ich bin immer gespannt und ungeduldig auf neue Einträge.
    Viele Grüsse aus dem grauen (November) Deutschland.

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