Mittwoch, 30. Januar 2013

einen Klaks weg - Wochenende in Klaksvík

Multikulti-Abend, verbranntes Frühstück und sonniger Morgen

So, hier der angekündigte Wochenendsbericht :)

Also erstmal waren wir Freitagabend auf dem 85. Geburtstag meiner färöischen Oma. Falls ich noch mal irgendwann an Fotos kommen werde, teile ich die nachträglich mit euch. Meine Oma ist eine recht interessante Persönlichkeit, die gerne mit ihrem Ipad (Weihnachtsgeschenk) spielt und skypt und mal eben Tickets für ein Heavy-Metal-Konzert (in der Havnar Domkirche) kauft.









Von Faszination Mensch zur Inspiration Land. Wie bereits erwähnt war ich von Samstag bis Sonntag im Norden des Landes. In Gøta haben wir einen gemütlichen Abend im Kreise von 3 ehem. und 2 zukünftigen sowie der Hälfte von uns derzeitigen Austauschschülern verbracht. Breno aus Brasilien hat landestypisch gekocht (zum ersten Mal in seinem Leben übrigens - seine brasilianische Mutter hatte ihm davon abgeraten!), mit dem Reis haben wir uns etwas verschätzt, der zehn-Liter-Topf war am Ende randvoll. Aber naja, war nicht nur ein Erlebnis, sondern auch ganz lustig.

Anschließend folgte einige Spiele wie Stille-Post und Pantomime-raten. Weil nachts keine Busse mehr zurück nach Havn fahren, haben ich und Janus (Deutschland/Ungarn) bei einer Mexiko-gängerin in Klakvík übernachtet. Dort haben wir noch die färöische/dänische Variante von Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt und ein paar Filmchen gesehen. Am nächsten Morgen, als wir gerade alle gemütlich am Frühstückstisch saßen, schnupperten die Eltern auf mal Rauch. Keine fünf Sekunden später klingelte das Telefon, eine Nachbarin. Ein, zwei Straßen weiter brannte irgendwas im Schuppen oder Scheune. Schlimm war's nicht und die ganze Nachbarschaft wusste Bescheid, bevor in der Ferne die Sirenen ertönen konnten. Dabei kann man das hier nicht mal lästern nennen, weil nie eine böshaftige Absicht mitschwingt. Es ist lediglich ein gutes Informationsverbreitungssystem, das in Rekordzeit arbeitet.

Auf dem Weg mit dem Bus zurück hat schließlich die Sonne geschienen und weil wir fast die einzigen waren, konnten wir ein wenig ungestört Paparazzi spielen. Auf diese Weise entstanden ein paar Hundert Bilder, manche von ihnen jedoch mit netter Fensterspieglung und/oder Tropfen im Vordergrund. Zwischendurch hat es dann nämlich doch noch ein mal ein bisschen getröpfelt. Das wirklich merkwürdige Wetter hier ist nämlich, dass nach einem Tunnel das Wetter immer (IMMER) verändert ist. Ohne Spaß, drei Kilometer können die Welt verändern.


















Jetzt ist das Leben wieder normal. So normal wie es eben sein könnte. Gestern hat sich ins Hafenbecken ein Buckelwal verirrt (nein, ich habe ihn nicht gesehen, ich war brav in der Schule) (und nein, er wurde nicht getötet, bevor jemand auf die Idee kommt). Alleine Filmaufnahmen sind aber schon recht beeindruckend. Im Kunstunterricht sollten wir auf großen Leinwänden über Geschlechtskrankheiten Malerisch informieren. Wie man Syphilis ansehlich darstellen soll ist mir noch immer ein Rätsel, aber was soll's. Das Leben bietet schließlich immer neue Herausforderungen :)



PS: restlichen zehntausend Fotos folgen bei Gelegenheit :)

Samstag, 26. Januar 2013

(m)ein Fototagebuch

weil wegen das Unbeschreibliche verbildlichen

Seit der letzten Woche häufen sich nur die Fotos, die noch geteilt werden wollen. Daher werde ich versuchen nur jeweils einen kurzen Text zu schreiben und den Rest könnt ihr dann ja selbst sehen :) (für Großansicht übrigens auf ein Foto klicken)

Sonntag waren wir erst einmal in Vágar um Sára, meine älteste Gastschwester vom Flughafen abzuholen, die mit ihrem Studium fertig ist und hier einige Monate arbeitet, um im Sommer für drei Monate durch die Welt zu reisen. Bei der Gelegenheit habe ich erst mal den unglaublich großen Flughafen abgeblitzt.

Weil Sára über Weihnachten in Frankreich war und somit alle färöischen Tradition verpasst hat, habe wir Montagabend noch einmal Jólaftan (Heiligabend) nachgestellt. Es gab wieder kiloweise Geflügel, karamelistierte Kartoffeln, Milchreis mit Mandel (diesmal hatte ich sie nicht), usw.

 An Dienstag kann ich mich gerade nicht mehr erinnern, aber seit Mittwoch scheint die Sonne, was die Erwähnung durchaus wert ist. Daher bin ich nachmittags auch noch einmal durch die Weltgeschichte gepilgert und habe Fotos gemacht. Die ersten sind übrigens aus dem Fenster gegen halb zehn aufgenommen worden :)





































Okay, ich erinnere mich doch wieder an Dienstag. Da waren wir nämlich mit der halben Kunstklasse (also mit zehn Leuten) Wandern. Mit den Bus sind wir nach Argir gefahren, was zu Tórshavn gehört und von da aus die Berge bestiegen. Kamera hatte ich natürlich vergessen, aber meine Lehrerin hatte ihr Ipad dabei. Als wir aufgrund von Schnee nicht mehr weiter nach oben kamen, haben wir ganze fünf Minuten gezeichnet, bis es zu kalt wurde und wir uns wieder an den Abstieg gemacht haben :)


Donnerstags habe ich immer nach der Schule noch einen Kunst/Zeichenkurs, mit dem wir letztes Mal ins färöische Kunstmuseum war. Das faszinierende dabei ist, dass man an fast allen Bilder (wie auch Musik, Gedichten, usw.) den Einfluss der Inseln erkennen kann. Fast alles ist grünbraun oder blaugrau. Diese achtzehn, geheimnisvollen Inseln im Nordatlantik haben tatsächlich etwas Inspirierendes an sich..


Bekannte Künstler sind übrigens Edward Fuglø oder Sámal Mikines. Beide sind auch auf den Fotos vertreten, Fuglø hat beispielsweise das große Bild mit den vielen "Sulas" (deutsch: großer Bassstöpel) oder den Schlafsack gemalt. Mikines (recht lustig übrigens, zwei Inseln hier heißen Mykines und Fugloy..) unteranderem die letzten beiden.












Anschließend bin ich durch den totenstillen, menschenleeren Park (mit Bäumen!) nach Hause gelaufen. Färinger finden die Stille hier befreiend, ich eher beängstigend. Aber naja, ich hatte ja meine Kamera dabei und der Mond schien so schön, deshalb habe ich gleich noch ein paar Bilder gemacht.







Ein weiterer kleiner Sprung zurück: Donnerstag hatte icuh in der Schule ebenfalls meine Kamera dabei, weshalb ich erst einmal alles mögliche (endlich, Papa) festgehalten habe. Dabei war's gar nicht so einfach einen passenden Moment festzuhalten, wo ich nicht von allen angestarrt wurde.













Das Schulgebäude beherbergt drei "Schulen". Irgendwelche kleinen Kinder, einmal die 8-9. Klasse und Nam x, also die zehnte. Letztere umfasst etwa 150 Schüler.





Häufig werden die Pausen auch genutzt, um zu einem kleinen Laden zu pilgern, der einige Straßen entfernt liegt. Wegen guter Laune und Sonnenschein habe ich das also gleich auch noch festgehalten.














So, ich glaube das war genug. Macht euch jedoch auf mehr gefasst - das Wochenende war nicht nur richtig schön, sondern auch sehr belastend für die Speicherkarte meiner Kamera. Ein Bericht folgt in den nächsten Tagen! :)