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| Tante Bjørg mit ihrem Mann Rúnálvur (tolle Namen, nicht? :)) |
über die Familie, Geburtstage und laute Zusammenkünfte
Ich erinnere mich noch daran, wie ich in Kopenhagen im Flughafen in meinem kleinen
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| kurz: die Familie der Konfirmantin |
Handbüchchen über mein Gastland und die Sprache geblättert habe, während wir auf das Flugzeug gewartet haben. Besonders nervös war ich zu diesem Zeitpunkt mit der Vorstellung, wie ich eine völlig fremde, doch irgendwie bekannte Familie, mit der ich ganze elf Monate verbringen sollte, begrüßen soll.
Auf jeden Fall stieß ich dann in meinem Büchlein auf folgendes:
"... Sie (die Färinger) sind einerseits Insulaner, die anfangs zurückhaltend, auf manche sogar etwas kühl wirken können. Handgeben oder Sonstiges ist bei der Begrüßung weniger üblich, Gesten werden eher sparsam verwendet. Südlich überschäumendes Temperament sollte man nicht erwarten..."
Joar, verängstige klein-Karen von vor fast acht Monaten wurde herzlich in die Arme genommen, bevor sie überhaupt realisieren konnte, dass sie tatsächlich in ihrem Traumland ist. Und seither stelle ich immer häufiger fest, dass der Reiseführer lügt, zumindest was Temperament und Herzlichkeit in der Familie betrifft.
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| Cousine Milja |
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| "Jung-Familien-Tisch": Cousins mit Kindern |
In der Schule sind die Menschen eher schwer einzuschätzen und es kostet nicht selten viel Überwindung, aber ich muss auch nie alleine sitzen und finde eigentlich immer jemand zum "Plaudern". Fremde auf der Straße anzusprechen ist so'n Sache. Denn eigentlich braucht man nie Hilfe (von Fremden), sprich nach dem Weg fragen (-> man kann sich selbst in der Hauptstadt nicht verlaufen) oder nach Uhrzeiten oder Bussen (-> wird hier nicht so genau genommen wie in Deutschland). Aber Abweisung habe ich noch nie erlebt.
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| Cousin(s Kind), Rói (4) |
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| Rói mit Bruder Ári (6) |
Natürlich muss man auch dazu sagen, dass es immer ein Pluspunkt ist, wenn man als "Ausländer" Färöisch spricht. Finden alle ganz toll und es ist super motivierend Gespräche zu führen wie:
A: wie lange bist du schon hier?
ich: fast acht Monate.
A: waaau (färöisches wow), du sprichst super gut blabla!
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| Cousine Maria mit Sohnemann Joshua |
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| Konfirmantin Rannvá mit Schwester Katrin |
In der Familie ist auf jeden Fall nichts von skandinavischer Kälte oder Gestensparsamkeit zu sehen. Natürlich kann ich nur von meiner Familie (also plus Tanten, Omas und Cousins) berichten, aber hier sind Umarmungen und Küsse (auf den Mund) total üblich.
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| Maria mit Gastschwester Sára |
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| Joshua mit seinem Opa Poul-Andrias |
Auf Geburtstagen (meinem eigentlichen Thema), die mindestens monatlich stattfinden, kommt die ganze Familie und Freunde zusammen (locker dreißig Personen+). Es gibt keine offiziellen Einladungen. Häufig wird die Zeit erst in den Tagen zuvor angekündigt (wobei das auch eher unwichtig ist). Man kommt rein, gratuliert dem Geburtstagskind + Eltern, Großeltern und Geschwistern, nimmt sich einen Teller vom Buffet (eigentlich gibt es immer verschiedene Salate, Brot, getrocknetes Walfleisch und -speck sowie so abgehangenes Schafsschenkelfleisch), anschließend Kuchen (die jedoch meistens recht flüssig und in Auflaufformen sind) und man sitzt locker mal 4-5 Stunden zusammen.
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| Tante Ása mit Enkelkind Vár (heißt übrigens Frühling) |
Gespräche sind zu 95% die Familie. Und Familie ist auch der Mann der Cousine des Mannes der Tante, wenn ihr versteht. Ich tue es zu 95% der Fälle allerdings nicht. Man muss dazu auch sagen, dass alle (auch innerhalb einer Konversation) gleichzeitig reden, wenn man nicht verstanden wird, redet man einfach ein bisschen lauter. Deshalb kann ich häufig auch akkustisch nicht folgen :D
Nachdem man dann zum dritten Mal innerhalb einer Stunde angekündigt hat,
dass man jetzt fährt, gibt es noch mehr Umarmungen und Küsse, man
bedankt sich mehrmals (für das Essen, den gemütlich Tag, das
Treffen...), tauscht sich noch zehn Minuten aus, wie angenehm der Tag
doch war und kugelt dann irgendwie zur Haustür raus.
Sonntag hatte meine Cousine Konfirmation, was fast gleich abgelaufen
ist. Es ging nur a.) bereits um 11 Uhr in der Kirche los, b.) kamen zum
Mittagessen "nur" die Familie (waren trotzdem rund 50 Leute) und c.) es
gab ein richtiges Menü, also serviert auf den Tisch mit Vorspeiße und
Nachtisch un allem drum und dran. Am Abend gab's dann ein großes Buffet
mit Kuchen und so und dann sind noch tausende Freunde vorbeigekommen.
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| Cousines Kind Vár |
Nachdem man dann zum dritten Mal innerhalb einer Stunde angekündigt hat,
dass man jetzt fährt, gibt es noch mehr Umarmungen und Küsse, man
bedankt sich mehrmals (für das Essen, den gemütlich Tag, das
Treffen...), tauscht sich noch zehn Minuten aus, wie angenehm der Tag
doch war und kugelt dann irgendwie zur Haustür raus.
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| Cousine Anna mit Joshua |
Fotos sind auch von da, wenn auch man nur gut ein Drittel meiner Familie zu sehen ist.


Wau, das war jetzt viel.