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Mittwoch, 26. Juni 2013

coming home

die letzten Tage Färöer




Hallo Freunde, ob ihr's glaubt oder nicht, dies wird der letzte Post. Zumindest von den Inseln. Ich werde freitags früh morgens fliegen, ein Teil meines Gepäcks ist bereits auf dem Weg nach Deutschland und der Koffer wird gleich auch noch hervorgeholt.

Heute ist seit Wochen der erste Tag, wo ich nichts vorhabe (nichts = packen), ansonsten war ich immer noch auf irgendwelchen Geburtstagen und Verabredungen mit Freunden. Die letzten Wochen, ja Monate waren unglaublich toll. Jetzt fühle ich mich richtig wohl mit der Sprache, habe eine super Beziehung zu meiner Gastfamilie und Freunde. Unvorstellbar, wie ich auch vorher schon so begeistert sein konnte...

Morgen ist noch die Abschlussfeier meiner Schule. Anschließend sind noch alle bei uns eingeladen. Dann werde ich noch einige Nächte in Dänemark bleiben, wo wir das End-of-Stay-Camp von AFS mit allen Austauschschülern in Dänemark haben (ich liebe Dänisch). Hoffe mal, das wird nicht zu heiß, habe nämlich gar keine Sommerkleidung dabei.

Wasserfall zwischen den Klippen
Von Sonntag auf Montag waren ich und Sólvá noch einmal bei meiner Freundin Karina in Sandur, Sandoy. Mit dem Boot der Familie sind wir dann nach Skúvoy, eine kleine Insel südlich mit 50 Einwohnern, gesegelt. Auf dem Weg dahin haben wir noch einige Papageientaucher und sogar eine Robbe gesehen.

Auf Skúvoy gibt es sogar "Sehenswürdigkeiten". Auf dem Friedhof liegt z.B. Sigmundur Brestisson begraben, die Schlüsselfigur in der Färingersaga. Kurz vor unserer Abfahrt hat es leider ein bisschen angefangen zu regnen und die Stöme zwischen den Inseln sind ohnehin nicht ganz ohne. Ich saß mehrmals in der Luft und sah nur den Mast so hin und her schwanken, aber hey, ich habe überlebt :)

Jetzt haben wohl die gefühlsmäßig merkwürdigsten Tage meines Auslandsjahr angefangen. Ich fühle so viel und zugleich nichts. Ich liebe dieses Jahr und diese Inseln so sehr, dass ich sie nie wieder gehen lassen möchte. Und die ständige Konfronationen durch Fragen, Koffer packen und Abschiedsgeschenke basteln, hilft da auch nicht gerade.

Es fällt mir nicht schwer zu sagen, was ich hier vermissen werde: Die Inseln, Landschaft, Menschen, Stressfreiheit, die Warmherzigkeit in der Familie, das Essen, Wanderungen, Isolation, ...
Doch ebenso weiß ich genau, worauf ich mich in Deutschland freue: Familie und Freunde, Bäume, mein Fahrrad, Döner, Preise im Supermarkt, einen Frisör, Sommer, Paul, Bretzel, ...

Hier im übrigen noch die neuste (und meistgespielte im Radio der letzten Wochen) Musik: Byrta. Und auch wenn ich mir fest vorgenommen habe, das Wichtigste noch nachzuholen, fühlt es sich  bereits an wie ein Abschied! Liebe Leser, danke für eure Unterstützung und ein tolles Jahr!

Hier noch ein kleines Gedicht, was ich gefunden und direkt gemocht habe, Autor leider unbekannt:
Doch wenn die Wolken aufreisen
 über den Inseln,
wird jeder sehen,
warum man warten soll im Nebel,
ja warten muss
auf diese Schonheit des Moments.
Und sie vielleicht verstehen.
Dichter vielleicht,
wie nie zuvor gesehen.







Dienstag, 14. August 2012

Am Ende der Welt

1 Millionen/Einwohner für die Verbindung zur Außenwelt


Felsen, Tindholmur, und im Vordergrund
 Lachs-Groß-zieh-Fischerei (übrings weit verbreitet).
So, gestern mussten wir (mal wieder) nach Vágar, weil Sáras Freund wieder zurückgeflogen ist. Weil wir aber gesehen haben, dass das Wetter dort weitaus besser als in Tórshavn ist (Kameras), sind wir dann auch noch zum Wandern hingefahren.

Auf der Weiterfahrt nach dem Flughafen haben wir mehrmals angehalten, um bei den guten Wetter Fotos zu machen, mussten dann aber feststellen, dass es unglaublich windig war. Ich wollte zum Beispiel die Autotür aufmachen, doch irgendwie war der Wind schneller und ließ die Tür voller Karacho (?) aufschmeißen, dass ich dachte, die fliegt jetzt weg. Ist sie aber nicht. Dafür war es aber unglaublich schwer, sie wieder zu zu bekommen.

aus einer anderen Perspektive
Wenigstens hatten wir gute Sicht :)

Eigentlich wollten wir über einen Berg zu einem Dorf (Gásadalur) wandern, das bis vor kurzem als eines der isoliertesten Europas galt, weil es nur per Boot oder Hubschrauber zu erreichen war oder eben zu Fuß über einen recht langen und gefährlichen Weg über einen Berg.

Teil des Dorfes

Wegen des Windes sind wir dann aber dort hingefahren. 2003 wurde nämlich ein 1,4 langer, einspuriger Straßentunnel (wikipedia) gebaut. Das besondere an diesem Bauprojekt ist aber eigentlich, dass in Gásadalur nur 15 Menschen leben. Und das Vorhaben hat mehrere Millionen gekostet.

Dann haben wir das Auto irgendwo abgestellt und sind noch etwas durch die Gegend gelaufen, wobei der Wind uns entweder aneinander prallen hat lassen oder die Worte verwischt hat. War aber auf jeden Fall lustig :)





Das Wasser des Wasserfalls haben wir übrings noch über 200 Meter entfernt gespürt :)

Im Gegensatz zu der riesigen Spinne heute Morgen in der Dusche und später im Flur und an der Treppe sind Papageientaucher durchaus willkommenere Verfolger :)
Uuuund, zu guter letzt noch ein Lamaschaf :)



Auf jeden Fall (nicht nur wegen der schönen Fotomotive - wie fast überall hier) hat sich der Ausflug aber gelohnt. Und er hat auch definitiv meine Gute-Nacht-Geschichte ersetzt :D

Freitag, 10. August 2012

Karen ist verliebt

Valkomin i Vogelparadis

vom Boot aus :)
So, das heutige Erlebnis kann nicht warten ... ich bin nämlich total verliebt. :)

Wir (Gastvater, Sára und ihr Freund) sind heute mit dem Boot nach Mykines, die westlichste Insel, die auch als "Vogelparadis" bekannt ist. Aber erst mal zur Hinfahrt: das Boot war wirklich klein, dafür aber unglaublich schnell und hat die geschätzten 25 Kilometer in weniger als einer halben Stunde zurückgelegt. Und weil's mehr oder weniger auf dem offenen Meer war, sind wir dann (saßen oben auf dem Deck) bis zu zwei Meter hoch- und wieder runtergeschaukelt. Naja, war auf jeden Fall lustig und gut, dass ich nicht seekrank bin :)
Hinweisschild vor dem Wanderweg :)

In Mykines hatten wir unglaublich Glück mit dem Wetter; Sonnenschein den ganzen Tag über! Weil nahezu überall sonst war das Wetter schlecht. Auf jeden Fall sind wir dann direkt losgelaufen und haben eigentlich schon nach hundert Metern die erste Papageientaucherkolonie gesehen. Abgesehen davor, dass ich noch nie zuvor Papageientaucher gesehen, hab ich noch nie soo viele gesehen :D

Darf ich meinen Schwarm vorstellen?

 Und weil mein Gastvater unteranderem ein unglaublich guter Reiseführer ist, haben wir irgendwie viel mehr gesehen, als wir hätten, wenn wir auf den normalen Touristenpfaden geblieben wären.
Auf jeden Fall haben wir so unglaublich viele verschiedene Vogelarten gesehen, wobei ich jedoch von den meisten nicht den deutschen Namen kenne.
Ebenfalls ziemlich cool ist, dass man teilweise (eigentlich nicht selten) auf Wegen entlang geht, die direkt an Klippen sind und bis zu 400 Meter steil bergab fallen. Eigentlich kann man's sich selbst nicht vorstellen, wenn man da gewesen ist.

Lundi ♥
Weil auch der Vogelfang hauptsächlich früher verbreitet war (Papageientaucher dürfen zum Beispiel nicht mehr gefangen werden), sind auch relativ viele Jäger bei den waghalsigen Aktionen, meist bei nachts, verunglückt. Das gleiche gilt übrings für Schafe, die regelmäßig an den Klippen hinunterstürzen, wie ich gefragt habe. Jedoch ist ihnen kein Denkmal gewidmet :D

Dann sind wir bis ans westlichste Ende gelaufen und die Vorstellung ist ziemlich cool, das hinter dem Meer nur noch Amerika kommt :)

Schließlich sind wir den ganzen Weg wieder zurück gewandert und haben dann noch die Zeit bis zur Rückfahrt im einzigen Dorf verbracht. Im Sommer scheint es recht beliebt zu sein, doch im Winter sind es nur 10 permanente Bewohner.












Abschließend kann ich sagen, dass ich vermutlich noch die an so einem friedvollem Ort war und die Stille ohne Autos, nur gefüllt mit den Schreien von tausender Seevögel und dem Rauschen des Meeres wirklich überwältigend, atemberaubend, inspirirend und ohne alles Erdenkliche war :)