Donnerstag, 27. Dezember 2012

die Feiertage mal (wo)anders

und das beste Weihnachtsgeschenk - eine Mandel


So, die Weihnachtfeiertage sind vorüber, überstanden, voller Wehmut zu Ende gegangen und alles war super gut, ich lebe noch und bin noch nicht geplatzt. Naja, das war die Kurzfassung, jetzt aber noch ein bisschen ausführlicher :)

Montag (24.) fing erstmal damit an, dass ich verschlafen habe. Erster Unterschied zu Deutschland, wo ich nämlich eigentlich ausschlafen darf. Ich hab's dann doch noch irgendwie rechtzeitig zur Radiostation geschafft und mit ein paar Leitungsabbrüchen und einer Stimme wie ein pubertäre Junge, habe ich auch irgendwie das Interview überstanden.Langschläfer können es übrigens hier nachhören.


Praktisch direkt danach sind wir nach Leirvík (Insel: Eysturoy; Entfernung mit dem Auto: 63km; 876 Einwohner) gefahren, wo meine Tante zum "traditionellen" Geburtstagsbrunch eingeladen hat. Da gab's das erste Mal reichlich zu sehen, jede Menge Weihnachtswünsche und Geschenke für unter den Tannenbaum.

Auf dem Weg zurück haben wir noch Halt bei einer anderen Tante (diesmal väterlichseits) gemacht, Kerzen und Blumen auf dem Friedhof hinterlassen und ins nächste Dorf weiter, wo wieder Kerzen angezündet wurden. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, aber es die ganzen Lichter auf all den Gräbern (die übrigens hier ganz schlicht gehalten werden) war schon irgendwie ein netter Anblick.

Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause sind wir schließlich in die Kirche gefahren und anschließend wieder zurück, wo zwei Gänse und eine Ente auf uns gewartet haben. Das schöne an Weihnachten hier ist, dass niemand vergessen wird. Jeder feiert irgendwo mit und keiner muss alleine sein. Wir haben bei uns zu Hause, mit meiner Gastoma, einer Cousine, ihrem Vater, sowie ihrem Stiefvater und einem weiteren Cousin gefeiert. Ungewohnt war auch, dass ich in der Gruppe die jüngste war...

Das Essen (das wichtigste :D) bestand aus Kartoffeln, Walddorfsalat (was zu einem gutem Gesprächsthema geführt hat), warmer Rotkohl (endlich!), karamelisierten Kartoffeln und dem Federvieh. Im Anschluss gab's die Bescherung, die jedoch nicht das Hauptthema des Abends war. Im Grunde bekommt jeder von jedem ein Geschenk, die Verwandten und Freunde, die Heiligabend nicht im entsprechenden Haus gefeiert haben, sind bereits in den Tagen davor vorbeigekommen. Ich will jetzt nicht viel erzählen, was ich bekommen habe, aber es sind viele coole (färöische) Sachen dabei und auch meine Mitbringsel aus Deutschland kamen (glaub ich) gut an :)

Anschließend folgte eine Tradition, die's mir besonders angetan hat: der Milchreis als Nachtisch mit einer versteckten Mandel drin. Gut, dass mir vorher gesagt wurde, dass (wenn man der/die Glückliche ist) die Mandel solange im Mund "verstecken" muss, bis alle alles aufgegessen haben - denn ratet, wer dieses Jahr die Glückliche war! :))








Um Mitternacht sind wir schließlich in die katholische Kirche gefahren (wohlgemerkt gibt's hier rund 130 Katholiken) und nach einem laaangen, aber wunderschönen Tag sind war der Tag dann irgendwann auch vorbei und überraschenderweise habe ich alles ohne auch nur den geringsten Anflug von Heimweh überstanden.

der erste Weihnachtstag begann mit Ausschlafen, was ich sehr willkommen geheißen habe. Abends ging's dann zu einer Tante, wo wieder die gesamte Familie zusammen gekommen ist. Ein weiteres Essen im kleineren Kreis folgte am 26. wo ich unteranderem die Beziehungen zu meinem zwei kleinen Gastcousins vertieft habe und in ihnen gute Färöischlehrer gefunden haben - jetzt kann ich wenigstens sämliche Spielzeuge auf färöisch sagen :D

So, ich glaube, das war genug für heute :)

1 Kommentar:

  1. euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Natürlich sind wir alle gespannt, was es dann über Silvester auf den Färöern zu berichten gibt....

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