Mittwoch, 5. Juni 2013

die ersten letzten Male

Sommer in Tórshavn





Irgendwie ist schon wieder so viel Zeit seit dem letzten Post vergangen. Unglaublich.

Ebenso unglaublich ist, dass seit meinem letzten Eintrag sich alles Mögliche verändert hat. Nur das Wetter nicht. Wir haben noch immer blauen Himmel (wobei's inzwischen ein bisschenn zugezogen ist) und Temperaturen bis 20°C, was bei Windstille jedoch sich deutlich heißer anfühlen kann :)

Glücklicherweise ist inzwischen mein Sonnenbrand auch wieder abgekühlt, wobei ich noch immer recht tomatig aussehe, und kann auch wieder problemlos schlafen. Wobei problemlos relativ ist, weil es im Moment eigentlich nicht mehr dunkel wird. So um zwei Uhr morgens ist zwar von der Sonne nichts mehr zu sehen, mehr als dunkelbläulich wird der Himmel dennoch nicht.

Eine neue Eigenschaft des Wetters durfte ich die letzten Tage auch immer mal wieder kennenlernen: Pállamjørki. Zu deutsch ungefähr "kriechender Nebel". Dieser Nebel sieht wie eine Wolke aus, die tief über dem Boden hängt und sich ganz schleichend bewegt. Erinnert mich immer ein bisschen an die Szene mit den grünen Soldaten aus'm dritten Teil von Herr der Ringe, wenn ihr wisst, was ich meine :)

Das coole ist vor allem, wenn der Nebel (und das passiert häufig) das gesamte Meer bedeckt. Von unserem Haus aus kann man z.b. Nólsoy (Insel) sehen, was dann total cool aussieht, wenn das Dorf und Berge so im Nebel schwimmen.

Apropos Nólsoy. Hier war ich nämlich am vergangenen Wochenende mit AFS. Die haben ein Camp für die 20 (!) zukünftigen Austauschschüler veranstaltet, wo wie 2 (!) Austauschschüler miteingeladen waren.

Zwar gab's für uns nicht wirklich was "Neues" zu entdecken, weil wir einfach momentan in einem ganz anderen Stadius sind und die Spiele, die zur Vorbereitung gemacht werden, international sind, dass ich eigentlich alles schon aus Deutschland vom Vorjahr kannte.

War aber trotzdem ganz nett, so viele nette Leute kennenzulernen, über Hoffnungen und Realitäten, Gastfamilien und Erwartungen, Färöer und Deutschland zu reden. Nur die Frage: "Was machst du, wenn du wieder zurück bist, freust du dich nachhause zu kommen?", hat mich ein bisschen aus dem Konzept gebracht.

Ich bin doch noch hier, oder? ganze vier Wochen, oder? Ich meine, in einem Monat kann man viel erreichen. Aber gleichzeitig ist es auch gar nichts. Daher bin ich jeztt am Nachdenken und Grübeln, was ich noch unbedingt machen muss und will, und wie ich meine übrige Zeit am sinnvollsten verbringe. Weil Sommer auf den Färöern ist echt wunderschön. Und erlebenswert. Das scheinen wohl auch die Massen von Touristen inzwischen herausgefunden zu haben, die inzwischen wöchentlich bis täglich mit großen Kreuzfahrtschiff die Stadt belagern.

Und ich weiß, dass ich traurig sein werde, dieses Ländchen verlassen zu müssen, das mir auch jetzt noch, Tag für Tag mehr ans Herz wächst. Aber ja, ich freue mich auch auf Deutschland :)

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