Mittwoch, 26. September 2012

Warum die Inseln heißen, wie sie heißen

1 Tag, 7 Schafe und hundert Männer (und Frauen)

Ich dachte, ich versuche mich mal wieder von meinen Freitagnachmittagberichten zu lösen und wieder etwas flexibler zu sein und da meine einzigen beiden Stunden heute ausgefallen sind, habe ich auch die nötige Zeit :D

mein Liebling :)
Wie vielleicht einige von euch wissen (sollten) heißen die Färöer übersetzt "Schafsinseln". Grund dafür sind die 80.000 Schafe, die entgegen der 48.000 Menschen doch irgendwie überlegen sind. Doch entgegen meiner Vorstellung, sieht man nicht überall und ständig Schafe, sondern eher immer vereinzelt ein paar in den Bergen. Und am Straßenrand (Angst vor Autos haben sie irgendwie nicht) und manchmal auch auf der Straße. Und seltener fallen sie von den Klippen (habe ich nachgefragt!) :)

DIE Insel :)
Schaf bedeutet auch nicht gleich Schaf, wie ich gelernt habe. Und die sehen hier auch nicht unbedingt so aus, wie man sich die Tiere vorstellt. Spricht weiß, klein, kuschelig. Nein, die Schafe hier haben riesige Hörner, sind meist braun oder schwarz und groß und fett. Und ich würde einfach mal behaupten, dass die färöischen Schafe das schönste Schafleben auf der Welt haben.

Meine Gastfamilie hat auch einige Schafe (fünf oder sechs) auf einem Grundstück etwas abseits von Tórshavn. Mein Lieblingsschaf habe ich schnell gefunden und mir auch direkt als Hintergrundbildschirm eingestellt. Daraufhin wurde mir erklärt, dass mein Liebling demnächst geschlachtet werden soll. Also werde ich's vermutlich wieder gegen meine Papageientaucher eintauschen...

Dann waren wir am Samstag in Tjørnuvík, einem Dorf im Norden, wo hundert Männer und Frauen (darunter auch mein Gastvater) die sieben Schafe von einer kleinen Insel, Stakkur, geholt haben. Wofür hundert Männer gebraucht wurden und wie die alle auf die Insel gepasst haben ist mir nach wie vor ein Rätsel. Die meisten sind jedoch nur mitgekommen, weil man normalerweise nicht auf Stakkur kann. Dorthin gelangt man übrings mit einem Seilbahnartigen Gebilde, das ein bisschen an eine Eisenbahn erinnert, die 130 Meter über der Meer "fährt". Ich selbst war nicht da, Fotos sind aus'm Internet.

Waage + erstaunlich ruhiges Schaf
Wir haben dann (mit zahlreichen anderen) die Rückkehrer im Dorf begrüßt. Dann wurde ein kurzees Lied gesungen, die Schafe präsentiert und gewogen. Das Schwerste wog übrigens 84 kg (glaub ich) ohne Wolle! Das wurde an Seefahrer verkauft, die Weihnachten über in oder vor Grönland unterwegs sind um jeden Preis (umgerechnet 2000€) etwas Gutes für die Feiertage haben wollten. Das schwerste/fetteste Schaf zu haben ist übrigens eine Art inoffizieller Nationalsport :) Anschließend haben alle "Helfer" ein Bier bekommen und abends war noch eine Art Dorffest mit Tanz und so weiter, aber bis da sind wir nicht mehr geblieben.



Aussicht vom Dorf aus auf die andere Seite von Risin und Kellingin :)








Fisch zum Trocknen an einer Hauswand (sieht man, wenn man genauer hinguckt häufiger :))









Und das Dorf Tjørnuvík mit nervigem, gelben Gartenschlauch :)







Mäh!

1 Kommentar:

  1. Also, das mit den Schafen mag zwar eine volkstümliche Erklärung sein, aber ob die sich etymologisch halten lässt, sei mal dahin gestellt.
    In der norwegischen Wikipedia findet sich auch: "Die fernen Inseln", aber noch besser dürfte sein: "Die schönen Inseln" (norwegisch: fagre øyer, englisch: fair-eys).
    Google-Übersetzer hat leider nun mal kein førøyskt, so dass ich das nicht verifizieren kann.

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