die letzten Tage Färöer
Hallo Freunde, ob ihr's glaubt oder nicht, dies wird der letzte Post. Zumindest von den Inseln. Ich werde freitags früh morgens fliegen, ein Teil meines Gepäcks ist bereits auf dem Weg nach Deutschland und der Koffer wird gleich auch noch hervorgeholt.
Heute ist seit Wochen der erste Tag, wo ich nichts vorhabe (nichts = packen), ansonsten war ich immer noch auf irgendwelchen Geburtstagen und Verabredungen mit Freunden. Die letzten Wochen, ja Monate waren unglaublich toll. Jetzt fühle ich mich richtig wohl mit der Sprache, habe eine super Beziehung zu meiner Gastfamilie und Freunde. Unvorstellbar, wie ich auch vorher schon so begeistert sein konnte...
| Wasserfall zwischen den Klippen |
Auf Skúvoy gibt es sogar "Sehenswürdigkeiten". Auf dem Friedhof liegt z.B. Sigmundur Brestisson begraben, die Schlüsselfigur in der Färingersaga. Kurz vor unserer Abfahrt hat es leider ein bisschen angefangen zu regnen und die Stöme zwischen den Inseln sind ohnehin nicht ganz ohne. Ich saß mehrmals in der Luft und sah nur den Mast so hin und her schwanken, aber hey, ich habe überlebt :)
Jetzt haben wohl die gefühlsmäßig merkwürdigsten Tage meines Auslandsjahr angefangen. Ich fühle so viel und zugleich nichts. Ich liebe dieses Jahr und diese Inseln so sehr, dass ich sie nie wieder gehen lassen möchte. Und die ständige Konfronationen durch Fragen, Koffer packen und Abschiedsgeschenke basteln, hilft da auch nicht gerade.
Doch ebenso weiß ich genau, worauf ich mich in Deutschland freue: Familie und Freunde, Bäume, mein Fahrrad, Döner, Preise im Supermarkt, einen Frisör, Sommer, Paul, Bretzel, ...
Hier noch ein kleines Gedicht, was ich gefunden und direkt gemocht habe, Autor leider unbekannt:
Doch wenn die Wolken aufreisen
wird jeder sehen,
warum man warten soll im Nebel,
ja warten muss
auf diese Schonheit des Moments.
Und sie vielleicht verstehen.
Dichter vielleicht,
wie nie zuvor gesehen.