Dienstag, 5. Februar 2013

Karen-im-Pazifik

Von vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Inselträumen

 Sommer-Inseln

Hab ich eigentlich schon erzählt, dass ich im Sommer (einen Monat nach Ende meines Auslandsjahres) auf die Philippinen fahren werde? Ich glaube nicht, aber selbst wenn doch: Ich kann es nicht oft genug erwähnen :)

Und zwar gehts mit dem Programm "Girls-find-out" für zwei Wochen auf den asiatischen Inselstaat. Was genau ich machen werde, weiß ich selber noch nicht wirklich, aber sicher wird's schön mal die Sonne wiederzusehe. Auch wenn's die einzige Gemeinsakeit ist, aber ich habe eine Vorliebe für Inseln entwickelt - egal ob 18 einsame im Nordatlantik oder 7101 im tropischen Klima :)

Mal abwarten, ob ich dort Internet und die nötige Zeit haben werde. Könnte mir nämlich vorstellen, den Blog auch dort weiterzuführen - hab irgendwie Spaß daran gefunden. (Ist eucht sicher noch nicht aufgefallen :D)

PS: Bilder aus dem Internet = keine Rechte


das Paradis vor Ort

 Und wenn ich schon einmal gerade am Schreiben bin, kann ich auch noch von dem Samstagnachmittag-Ausflug nach Nólsoy erzählen. Alles hat damit angefangen, dass wir in der Schule einen färöischen Kurzfilm gesehen haben, der auf eben dieser Insel gedreht wurde. Als ich meinte, ich wäre noch nie auf der 300-Mann-Insel direkt vor Tórshavn gewesen (die ich aber schon diverse Male fotografiert habe) haben zwei meiner Freundinnen kurzerhand einen Trip geplant.

Wetter war dementsprechend nicht so dolle (man kann hier einfach nichts längerfristig planen..), es war fast dunkel als wir nach 15minütiger Fährfahrt angekommen sind und Kaffee und Laden hatten auch geschlossen, aber wir hatten den Schlüssel zum ehemaligen Wohnhaus der Großeltern irgendjemandes, einen Fernseher und ein Kartenspiel und das war auch genug für die drei, vier Stunden.

Ansonsten lasse ich die Bilder sprechen (die alle etwas bläulich sind - aber wenigstens seht ihr so mal die Realität, nicht nur immer sonnige Landschaftsaufnahmen) und weil ich nichts zu tun hatte, habe ich auch gleich mal eine Landkarte eingefärbt mit den Inseln, auf den ich inzwischen war. Ich glaube, ich bin schon ganz gut herumgekommen, aber gleichzeitig fehlen auch noch einige.










Andererseits wärs ja auch langweilig, wenn ich schon alles gesehen hätte. Und ich bin ja "erst" seit sechs Monaten im Paradis (übrigens heute genau auf den Tag :)) und knapp fünf bleiben mir noch :)





















Sonntag, 3. Februar 2013

drei magische Worte

die Bedeutung von hugnaligur, lekkurt und deiligur

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Seit dem letzten Eintrag hat sich vor allem auf meinem Speicherkarte in der Kamera viel getan. Daher müssen meine Busbilder Part 2 von Klaksvík nach Tórshavn auch erstmal warten, weil ich Donnerstag und Freitag eine "deiligur" Begegnung hatte. Deiligur kann mit dem englischen "lovely" gleichgesetzt werden und kann bzw. wird in jeder Situation verwendet.

Auf jeden Fall hat mein Film/Drama Lehrer Donnerstagmittag veranlasst, mit Kameras bewaffnet in den Hafen zu pilgern, weil da nach wie vor noch der Buckelwal umherschwirrt. Bei dem Wal handelt es sich übrigens um einen jungen, der sich nicht unbedingt verirrt hat, nur vom Fisch angezogen wurde und den Abstand von Menschen halten noch etwas lernen muss. Trotzdem besteht (glaube ich zumindest) keine Gefahr für ihn und generell wird hier ja "nur" Grind gegessen.

Nach einer halben Stunde bei Kälte und Sonnenschein und des Nichts-Geschehens sind also alle nach Hause gegangen und ich konnte gerade noch so eine Freundin überzeugen, mit mir zu warten. Zehn Minuten später tauchte dann tatsächlich der Wal auf (die übrigens bis zu 18 Meter lang werden) und blies Wasser (oder Luft?) und tauchte langsam wieder ab und einige Minuten später woanders wieder auf und dasselbe einige Male.

Später standen wir dann mit einem Dutzend anderen auf einem Bootssteg, zwei Taucher neben uns im Wasser, als der Wal direkt neben uns her getaucht ist. Alle total begeistert und direkt hingestürmt um den Riesentier so nah wie möglich zu sein, während ich mich respektvoll und instinktiv am Gelände festgeklammert habe. War trotzdem toll :)

Von Freitag hatte ich mir eigentlich vor allem etwas "Sommer" erhofft - schließlich ist ja jetzt Februar. Als ich aber schließlich morgens den "Rolladen" (die gibt's hier eigentlich gar nicht) hochgezogen habe, war's nicht nur dunkel, sondern auch schneebedeckt. Ich hatte fast aufgehört, mich über's Wetter hier zu wundern. Der Wetterumschwung konnte meine Kunstlehrerin dennoch nicht aufhalten erst zur "Kommunskúla" (Klassen 1-9) in der Stadtmitte zu wandern, anschließend zum Norðurlandahúsið (das bei Gelegenheit auch mal fotografiert werden könnte) und mit dem Bus weiter zur Schule am "Løgmannabreyd", die erst vor ein paar Jahren fertig gestellt wurde und wo wir spontan eine Führung bekommen haben, die so "hugnaligur" war. Hugnaligur wird ebenfalls bei jeder Gelegenheit verwendet und heißt gemütlich :)















Anschließend konnte ich einige Freundinnen überreden mit mir und Kamera noch einmal zum Hafen zu gehen. Weil's recht früh war, waren wir die einzigen Schaulustigen. Wir dümpeln also auf diesem schwimmenden, schneebedeckten Steg herum und wissen nicht mal sicher, ob der Buckelwal überhaupt noch da war. Wenige Minuten später tauchte er dann aber doch noch einige Meter entfernt auf und eine Minute später nährte sich auf einmal (im SEHR klaren Hafenwasser) ein gigantischer weißer Schatten, der schließlich unter uns schwamm. Wenn ich's richtig gedeutet habe, muss das Weiße die vordere Unterseite gewesen sein, also hat er sich unter Wasser gedreht. Zwei Meter entfernt von uns ist er dann wieder aufgetaucht und hat wieder Wasser geblasen und langsam seine (relativ kleine) Rückenflosse gezeigt. Leider sieht man nur auf meinen Fotos nicht richtig, wie groß das Tier eigentlich ist. Trotzdem war's eine "lekkurt" Begegnung, was so viel wie "lecker" heißt, aber auch für Landschaft, Wetter oder eben "übernatürliche" Begegnungen verwendet werden kann :)



So, nach dieser langatmigen Schwärmerei habe ich eigentlich keine Lust auch noch den spontanen Ausflug nach Nólsoy zu erwähnen, bzw. zu verbildlichen. Aber ich habe ja noch genug Zeit, auch wenn mich im Moment echt Panikzustände plagen, wenn ich daran denke, dass ich in weniger als fünf Monaten (FÜNF!) bereits wieder in Deutschland bin...

Aber ich habe ja noch 145 hugnaligur(e) Tage im lekkurt(en) Paradis mit hoffentlich ebenso deiligt(en) Erlebnissen wie bisher übrig (auch wenn ich Angst habe, dass mich bald nichts mehr begeistern kann, wenn's so weiter geht :))





PS: Färöer, ich liebe dich!