Samstag, 3. November 2012

Wie im Film

ein kurzer Zwischenbericht meiner Arbeit am Set

So, ich habe jetzt bereits drei Tage hinter mir und da ich heute erst später los muss, dachte ich, ich schreib schon mal was. Insbesondere weil ich weiß, dass ich nach Montag (dem letzten Tag) zuuuu viele Fotos haben werde, um sie in einem Post zu teilen ;)

Vorne weg, das Video, das in dieser Woche gedreht wird, ist ein Kurzfilm der auf ein Lied der berühmtesen färöischen Sängerin, Eivør Pálsdóttir, unterlegt wird. Das Lied ist (so weit ich weiß) das hier: http://www.youtube.com/watch?v=eSh_c7Ntahg, der Produzent ist selber Musiker, Künstler und Erschaffer von diversen Filmchen. Ihn gibt's beispielweise hier zu bewundern: http://www.youtube.com/watch?v=Xndi48pqmdg.


Die Geschichte, soweit ich sie verraten darf, handelt von der Liebe, wie Eivørs Lied es ja vielleicht schon vermuten lässt. Als die Großmutter einer jungen Frau stirbt, trifft sie den Tod, in den sie sich unsterblich verliebt. Doch die Beziehung ist recht kompliziert weil wegen keine Berührungen und so weit. Außerdem ist der Tod dadurch so abelenkt, dass die Liste der Sterbenden immer länger wird. :)




Die Crew ist halb färöisch, halb dänisch. Die zwei Ausnahmen bilden das schwedische Supermodel, der den Tod spielt, und ich. Die Sprache ist meistens dänisch, gemischt mit etwas färöisch und englisch.

Meine Aufgaben sind recht umfangreich. Mein Job heißt Runner, ich würd's mit Laufbursche übersetzten. Im Grunde verbringe ich den Tag mit Kaffee kochen, Obst schneiden, Sachen suchen und bestenfalls finden, aufräumen, Informationen weiterleiten, usw. Das kann im einen Moment ganz schön hektisch sein, im anderen eher langweilig. Das Schöne daran ist, dass wenn ich meinen Job gut mache, ich nicht friere. Das kann ganz hilfreich sein, insbesondere wenn man den ganzen Tag draußen dreht.

Kreativ und fantasievoll ist nicht nur das ganze Projekt, samt dem Team, sondern auch ich muss es hin und wieder sein. Zum Beispiel wenn ich die Box mit dem Ding aus dem Auto holen soll. Das kann nur schwierig sein, weil bei dem ganzen Equipment eigentlich alles in Boxen verstaut ist. Auch bei Anweisungen muss man ganz genau hinhören, nicht das man fälschlicherweise 'hintem im Auto" (back), sondern "im Rucksack im Auto" (bag) versteht.

Worauf man achten sollte. Wichtig ist beispielsweise, dass man während des Drehs nicht redet oder laute Geräusche macht. Das gilt vor allem dann, wenn man im Haus in Vestmanna ist, wo wir die drinnen-Szenen filmen, da dort die Decken recht dünn sind und alles gerne knackst und knarrt. Auch sollte man beispielsweise auf einen filmreifen Ausrutscher (natürlich unter Beobachtung der gesamten Crew) verzichten, wenn einm die Peinlichkeiten erspart bleiben wollen...

















Alles in allem kann ich sagen, dass ich drei tolle erste Tage hatten. Die Arbeit macht mir Spaß, auch wenn sie manchmal echt eine Herausforderung ist. Vor allem weil man für meinen Job die Wünsche des Teams kennen sollte, bevor sie danach fragen müssen. Das kann ganz schön schwierig sein, wenn man die Sprache nicht versteht. (mal im Ernst, dänisch klingt schon ganz schön lustig :)). Ich find's toll zu sehen, wie's hinterm Set aussieht und wie so etwas aufgebaut ist, wer wozu zuständig ist und auch die Atmosphäre ist großartig. Zwar waren die letzten Tage auch unglaublich anstrengend (Aufstehen zwischen 5 und 6) und wiederkommen erst am Abend, aber dennoch ist es eine tolle Erfahrung.

Kommentare:

  1. Hey Karen!
    Das ist ja der Hammer, was ihr da macht! Würde auch unglaublich gerne mal auf diese Inseln. Wie bist du denn an dieses Filmprojekt gekommen? Ich studiere hier in Deutschland u. a. Filmton und ein Filmprojekt mit einem Besuch auf den Färöer zu verbinden wäre ja unglaublich!! Gibt es da Produktionsfirmen oder kennst du ein paar Leute, die man da fragen könnte? Ich wünsch dir noch eine schöne Zeit da oben!! :) Deine Bilder sind übrigens sehr schön. Wie lange bist du noch vor Ort?
    LG Florian

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    1. Hey, ja, ich habe echt Glück hier :) Ähm, wir wurden in der Schule gefragt - ich habe Film/Drama als Kurs hier. Auch wenn's natürlich mit der Sprache eine kleine Herausforderung war, ist es einfach ein total einzigartiges Erlebnis hier zu drehen. Wobei auch das aufgrund der Wetterverhältnisse nicht ganz einfach ist. Also ich weiß nicht, ob man das hier richtig eine Produktionsfirma nennen kann, aber es gibt Klippfisk, das ist so der zentrale Treffpunkt. Die Leute da sind auch unglaublich nett - insbesondere wenn man Interesse an ihrem Land hat :) Ach, und ich bin noch knapp 8 bzw. 7 Monate hier :)

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    2. Vielen Dank! :) Ich werde mich mal dort melden. Habe die Internetseite schon gefunden. Sprichst du denn färöisch? Ich habe vor ein paar Monaten angefangen die Sprache zu lernen und es ist wirklich schwer und sehr außergewöhnlich, aber auch super interessant. Ich finde es schon ziemlich beeindruckend, dass du für ein ganzes Jahr in so eine kalte und einsame Gegend reist. Viel Spaß noch!! :)

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  2. Solltest dich auf jeden Fall dort melden - insbesondere weil ich deine eventuelle Anfrage schon angekündigt habe :D Also sprachlich bin ich noch so hin- und hergerissen. Einerseits verstehe ich schon recht viel, doch andererseits greife ich doch auch noch gerne auf Englisch zurück. Die Sprache in Deutschland zu lernen finde ich ja schon beachtlich - ich hatte damals kaum etwas finden können... Und kalt und einsam ist ja auch eher relativ. Immerhin wohne ich in der Hauptstadt, wo beinahe mehr los ist, als in meiner Heimatstadt. Und es ist auch eher nass und windig statt kalt, aber hast recht, es ist auf jeden Fall anders! :)

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  3. Wow. Also ich lese gerade deinen Blog, einfach weil ich die Färöer Inseln sehr mag, und eine Freundin, die bei AFS arbeiten, mir deinen Blog ans Herz gelegt hat. Und nun sehe ich, dass du bei dem Dreh dieses Videos dabei warst. Sehr cool! Denn ich mag das Video unheimlich gern. Ist normalerweise nicht so meins, aber da es mich an die Färöer Inseln erinnert, fühlt es sich ganz besonders an.
    Ist ein schöner Blog, ich lese mich noch durch die restlichen Monate ;)

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